Und immer wieder – Ordnung im Kinderzimmer

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Und immer wieder – Ordnung im Kinderzimmer

Kinder und Ordnung – es geht auch ohne Kampf

Wann immer ich mit Familien arbeite, ist Ordnung im Kinderzimmer ein Thema. Im Kinderzimmer treffen so viele Erwartungen und Widerstände aufeinander, wie an keinem anderen Ort der Wohnung. Die Konflikte die sich aus dieser Mischung ergeben breiten sich im Familienleben aus, die Vorwürfe werden mehr, die Frustrationen und am Ende steht oft die Resignation.

Für mich war es oft schwer auszuhalten, in welcher Windeseile es meine beiden Söhne schaffen ihr Zimmer vom Zustand der Ordnung in den Zustand des Chaos‘ zu überführen. Im Laufe der Zeit haben sie mir aber durch ihre Beharrlichkeit etwas ganz Wichtiges beigebracht. Nämlich meine Vorstellungen von einem ordentlichen Kinderzimmer zu überdenken. Als das geschafft war, konnte ich einen Weg finden, der für uns alle gangbar ist.

Eines also vorweg: ein aufgeräumtes Wohnzimmer ist mit einem aufgeräumten Kinderzimmer nicht zu vergleichen. Man darf und soll es hier also ruhig etwas lockerer angehen. Dennoch: Kinder brauchen ein Ordnung. Ordnung gibt Kindern Orientierung und Sicherheit und schafft so Raum für Entfaltung. Kinder können sich besser konzentrieren und fokussieren, wenn sie keinen Ablenkungen ausgesetzt sind. Sehr lesenswert ist dazu folgender Beitrag

Nutzen Sie die natürlichen Anlagen Ihres Kindes

Grundsätzlich bringen Kinder die besten Vorraussetzungen mit, um selbst Verantwortung für ihr eigenes Reich zu übernehmen: sie wollen selbständig sein, sie wollen helfen und sie wollen, dass es der Familie gutgeht. Mehr braucht man eigentlich nicht.

Daher mein erster Tipp: machen sie Ihrem Kind klar, dass es viel für das gute Zusammenleben innerhalb der Familie tun kann, indem es hilft Ordnung im Kinderzimmer zu halten. Wenn es versteht, dass es für die Familie gut ist, wird es viel lieber kooperieren. Aber: greifen Sie keinesfalls auf Drohungen zurück. „Wenn Du jetzt nicht hilfst, dann geht es mir schlecht“. Dieser Handgriff ist verführerisch, vor allem wenn man gerade nur noch über einen halben intakten Nervenstrang verfügt. Aber bevor Sie sich dazu hinreißen lassen – lieber Fünfe gerade sein lassen und das Aufräumen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben

Bereiten Sie Ihr Kind vor

Kinder brauchen Zeit, um sich vorzubereiten. Sie sind immer mit irgendwas beschäftigt – auch wenn es für uns gerade nicht so aussieht. Überfallsartige Anordnungen und Aufforderungen enden daher logischerweise immer im Widerstand. Eltern wissen sehr gut, was es heißt, aus ihren Tätigkeiten herausgerissen zu werden. „Hol mir den Kleber“, „wo ist die Pippi Langstrumpf CD?“, „ich hab Hunger“. Wir erleben dann fast immer einen Stressmoment. Aber weil wir erwachsen sind, können wir das zumeist kanalisieren. Kinder können das nicht. Viel wichtiger: sie müssen das noch nicht können. Sie können es aber lernen.

Daher mein zweiter Tipp: geben Sie Ihr Kind einen zeitlichen Horizont. So vermeiden Sie den Stressmoment und so werden Ihre Kinder das Aufräumen nicht mit dem körperlichen Erleben von Stress verbinden. Geben Sie Ihren Kindern zwei Zeitpunkte zur Auswahl. Wenn sich dann trotzdem eine Diskussion anbahnt – und das wird immer mal passieren – beharren Sie auf der Vereinbarung. Machen Sie Ihrem Kind klar, wie wichtig es ist, dass es verlässlich ist. Durch seine Verlässlichkeit können seine Freiräume wachsen.

Konkret werden

Kinder brauchen klare Anweisungen. Ein schlichtes „Räum Dein Zimmer auf“ wird keinen Erfolg bringen. Da purzeln tausend Gedanken durch den Kopf und es entsteht sofort wieder ein Stressmoment.

Daher mein dritter Tipp: geben Sie Ihrem Kind einen klaren, überschaubaren Auftrag. Ist der erledigt, bekommt es den nächsten Auftrag. Vielleicht denken Sie jetzt „mein Sohn ist doch schon 13. Kann ich da nicht erwarten, dass er selbst sieht was zu tun ist“. Vielleicht hilft es Ihnen dann mal kurz die Seiten zu wechseln: wie waren Sie als Teenager? Konnten Sie sehen, was Zuhause zu erledigen ist? Ich konnte das nicht. Probieren Sie es einfach mal aus. Ich bin sicher, mit klaren Anweisungen werden Sie mehr Kooperation erreichen.

Nächste Woche gibt es Tipp vier und fünf und ich lasse mir beim Aufräumen mit meinen Kinder über die Schulter schauen.

By | 2017-10-11T14:16:42+00:00 Mai 23rd, 2016|Categories: Tipps|

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