Aufräumen im Kinderzimmer Teil 2

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Aufräumen im Kinderzimmer Teil 2

In meinem letzten Beitrag ging es ja bereits um Ordnung im Kinderzimmer. Heute gibt es zwei weitere Tipps, damit das Aufräumen nicht immer zum Drama wird, ein paar Ratschläge, um eine tägliche Routine zu etablieren und ein paar Gedanken zur Langeweile

Mithelfen lassen

Kinder wollen gebraucht werden und sie wollen nachahmen. Kleine Kinder, die miterleben welche Aufgaben Zuhause erledigt werden, wollen all das auch tun: sie wollen staubsaugen; sie wollen den Boden wischen; sie wollen Wäsche aufhängen; sie wollen Wäsche zusammenlegen. Eltern sollten das wertschätzen und annehmen. Ein Kind, dass sein Zimmer selbst gesaugt hat strahlt vor Stolz.

Daher mein vierter Tipp: nehmen Sie die Hilfe Ihrer Kinder an. Natürlich wissen Sie schon vorher, dass Sie nachsaugen müssen, dass die Wäsche nochmal ordentlich zusammengelegt werden muss und dass Sie alleine viel schneller fertig wären. Es wird nicht immer gehen, dass Sie Ihre Kinder einbeziehen. Aber wann immer es geht – nutzen Sie diese großartige Anlage.

Außenreize reduzieren

Damit Kinder sich konzentrieren können, sich ganz auf ein Spiel einlassen können und darin aufgehen, brauchen sie eine Umgebung, die ihnen Sicherheit vermittelt und nicht zuviele Reize bietet. Sie brauchen keine Unmengen an Spielsachen – das verführt nur zu „Spiele-Hopping“.

Daher mein fünfter Tipp: Reduzieren Sie die Spielsachen.

Alle Eltern wollen ihre Kinder fördern und sind nur allzugerne bereit, dafür immer neues Spielzeug anzuschaffen. Ich gebe zu, es ist wirklich schwierig, sich dem Drang zu widersetzen. Was da alles angeboten wird…und wenn ich das meinem Kind vorenthalte, dann….. Da steigen auch bei mir schlimme Vorahnungen von unentdeckten Potenzialen auf. Aber ich weiß auch: meine Kinder werden mir ihr Potenzial zeigen – auch ohne ständigen Spielzeugnachschub. Es ist eigentlich nur an uns Eltern, genau hinzusehen.

Beobachten Sie Ihr Kind. Es hat wahrscheinlich nur eine Handvoll Spielsachen, mit denen es sich immer wieder gerne beschäftigt. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine bestimmte Anzahl an Spielsachen aus, die im Regal bleiben. Meine Kinder haben – neben Lego und der Eisenbahn – noch ungefähr 10 Spielsachen zur Auswahl. Der Rest kommt in Kisten. Wenn die beiden anfangen in den Kisten zu wühlen – meist nach ungefähr drei Monaten – weiß ich, es ist Zeit mal wieder zu wechseln. Die Spiele, die auch nach mehreren Malen nicht ins Regal wandern, kommen dann in die Flohmarktkiste.

Juchu – endliche mal Langeweile

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch ein Wort zur Langeweile verlieren. Die Angst vor der Langeweile der eigenen Kinder und der unbedingte Wunsch, diese sofort zu beseitigen – gerne mit neuem Spielzeug –  kenne ich auch. Das quengelige „mir ist langweilig“ hat auch bei mir oft zu hektischem Ideenauswurf geführt. Heute weiß ich: die Langeweile ist die beste Freundin der Idee. Versuchen Sie die Langeweile Ihrer Kinder auszuhalten und seien Sie einfach mal neugierig, was Ihr Kind aus der momentanen Leere entwickelt. Es lohnt sich.

Zum Schluss noch ein paar Ratschläge, wie sie Kindern das Aufräumen zur Gewohnheit machen können:

  • nach dem Essen das Geschirr wegräumen
  • schmutzige Wäsche selbst in den Wäschekorb
  • Jacken nach dem Ausziehen immer gleich aufhängen
  • nicht mit Belohnungen arbeiten – die Belohung ist, dass man etwas geschafft hat, sonst wird das Aufräumen nur nach dem Lustprinzip erledigt.
  • Seien Sie nicht der Suchhund Ihrer Kinder.  Lassen Sie Ihre Kinder ruhig selbst ihre Sachen suchen.

Bei all dem gilt – da wir es mit Kindern zu tun haben – Ausnahmen sind erlaubt. Folgen Sie einfach Ihrem Gespür.

Wozu aufräumen - es ist ja noch Platz am Boden

Wozu aufräumen – es ist ja noch Platz am Boden

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Nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen

Wenn bei uns mal wieder eine größeres Aufräumen ansteht, kündige ich das schon ein paar Stunden vorher an. Meine Söhne können sich dann zwischen zwei Zeitpunkten entscheiden, z.b. vor dem Abendessen oder nach dem Abendessen. Wenn es dann soweit ist, gehen wir gemeinsam ins Kinderzimmer und jeder – auch ich bekommt – eine Aufgabe: alle losen Legosteine einräumen; alle Autos in die Kiste; das Puzzle in die Schachtel. Ist eine Aufgabe erledigt, gibt es die nächste. Auch das Saugen übernehmen meine Kinder dann selbst. Meist ist die ganze Angelegenheit nach 15 Minuten erledigt.

 

 

 

Zugegeben, das Chaos ist nicht sonderlich spektakulär und verdient es eigentlich gar nicht, „Chaos“ genannt zu werden. Fotos vom nächst größeren Chaos werden folgen.

Schreiben Sie mir, wie es Ihnen mit meinen Tipps ergangen ist. Ich freue mich über Ihre Erfahrungsberichte.

By | 2017-10-11T14:14:01+00:00 Juni 7th, 2016|Categories: Tipps|

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