Ich würde nie „Krempel“ sagen

Home/Ich würde nie „Krempel“ sagen
Ich würde nie „Krempel“ sagen 2017-09-05T10:54:05+00:00

Ein ausführlicher Artikel in der Wiener Zeitung über das Ausmisten und Ordnung schaffen und was man denn mit dem Krempel noch anfangen kann. Die Autorin Sophia Freynschlag hat mich zu dem Thema befragt und und zusammengefasst, worauf man beim Ausmisten achten sollte. Zum Wort „Krempel“ habe ich dann nachher noch was zu sagen.

Hier geht’s zum Artikel

Nicht sexy

Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass meine Grundsätze sehr strikt klingen. Naja, Grundsätze eben. Ordnung eben. Aufräumen eben. Ist alles nicht sehr sexy.

Aaaaaber: die Arbeit mit meinen Kunden zeigt mir immer wieder, dass sie genau das suchen. Die Richtlinien helfen ihnen, den roten Faden nicht zu verlieren und fokussiert zu bleiben. Natürlich gibt es Kunden, die erstmal schlucken, wenn ich ihnen erkläre, wie meine Arbeit abläuft. Die allermeisten nicken aber begeistert, so als ob sich da ein Knoten löst und schon ein Bild von ihrer Wunschwohnung entsteht.

Es gehört aber genauso zu meinen Grundsätzen, mich dem Tempo der Kunden anzupassen. Die einen sind schnell entschlossen und wir erledigen das Aufräumen sehr zügig. Andere brauchen mehr Zeit zum Loslassen. Für mich ist auch das in Ordnung. Und Fortschritte werden trotzdem gemacht. Und das ist dann schon sexy. Irgendwie.

Sage niemals „Krempel“

Nie, nie, niemals würde ich die Sachen meiner Kunden als „Krempel“ bezeichnen, weil ich sehe und verstehe, was in den Dingen steckt, die da in der Wohnung überhand nehmen.

Wenn ich nochmal den Heimtrainer als Beispiel bemühen darf. Da steckt Geld drin, für das gearbeitet und vielleicht auch gespart wurde. Und Hoffnungen. Denn mit dem Kauf hatte man ja schließlich ein Ziel vor Augen: endlich Gewicht reduzieren. Endlich den Sport besser in den Alltag integrieren zu können. Endlich was für die Gesundheit tun.

Ich war im Übrigen noch nie in einem Haushalt, in dem der Heimtrainer seinem ursächlichen Zweck diente. Das nur am Rande.