Die letz­ten Dinge regeln: Auf­räu­men für das Lebens­ende

Vero­nika ist über 80 und schwer krank. Sie weiß, dass jeder­zeit der Moment kom­men kann, in dem sie ins Kran­ken­haus muss – und viel­leicht nicht mehr zurück­kehrt. Zwei ihrer drei Kin­der leben nicht in Wien. Genau das bringt sie seit Jah­ren ins Nach­den­ken. Nicht die Angst vor dem Tod steht für sie im Vor­der­grund – son­dern eine ganz andere Frage: Was hin­ter­lasse ich mei­nen Kin­dern?
Ihr Wunsch ist klar:
„Meine Kin­der sol­len es spä­ter so leicht wie mög­lich haben.“ Und des­halb trifft sie eine bewusste Ent­schei­dung: Die letz­ten Dinge regeln, bedeu­tet auch, dass sie sich um ihren Besitz küm­mert.

Warum Auf­räu­men für das Lebens­ende ein Akt der Für­sorge ist

Vero­nika hat selbst erlebt, wie belas­tend es sein kann, wenn nichts gere­gelt ist. Ihre Eltern hat­ten das Thema ver­drängt. „Dann wirfst du halt alles weg“, sag­ten sie.

“So ein­fach wird das für mich nicht” – das wusste sie schon damals. Alle ihre Appelle an die Eltern wur­den jedes­mal vom Tisch gewischt. Der rosa Ele­fant im Raum war immer anwe­send und das Bei­sam­men­sein mit ihren Eltern immer über­schat­tet.

Als beide Eltern star­ben, stand Vero­nika plötz­lich vor einer über­wäl­ti­gen­den Auf­gabe: eine voll­ge­stellte Woh­nung, unge­ord­nete Unter­la­gen, Erin­ne­rungs­stü­cke aus einem gan­zen Leben.

Neben der Trauer kamen ganz andere Gefühle hoch:

  • Über­for­de­rung
  • Hilf­lo­sig­keit
  • sogar Wut

Und gleich­zei­tig ein schlech­tes Gewis­sen, über­haupt so zu emp­fin­den. Die Wut beschämte sie und ließ teil­weise kei­nen Platz für ihre Trauer. Diese Erfah­rung hat sie geprägt. Heute weiß sie: Genau das möchte sie ihren eige­nen Kin­dern erspa­ren. Ihre Eltern hat­ten die letz­ten Dinge schlecht gere­gelt. Auf­räu­men für das Lebens­ende bedeu­tet des­halb viel mehr als Ord­nung schaf­fen. Es ist ein Akt von Ver­ant­wor­tung, Klar­heit und Liebe.

Los­las­sen statt Ver­drän­gen: Der bewusste Blick auf das eigene Leben

Viele Men­schen ver­mei­den das Thema Lebens­ende. Die letz­ten Dinge regeln sie dann unter Druck – im schlimms­ten Fall gar nicht. Ver­ständ­lich – und doch nimmt man sich damit eine wich­tige Chance. Das bewusste Aus­sor­tie­ren der eige­nen Dinge kann etwas sehr Wert­vol­les sein:

  • ein Rück­blick auf das eigene Leben
  • ein wür­di­ger Abschied von Ver­gan­ge­nem
  • ein bewuss­ter Blick auf das, was wirk­lich zählt

Ord­nung hal­ten ganz neben­bei?
So geht’s!

Die 9 Top-Rou­ti­nen für Ihren ordent­li­chen All­tag plus 5 Stra­te­gien für Ihr Rou­tine-Trai­ning.

  • Zwei Merk­lis­ten
  • Eine Erfolgs­liste

Dabei geht es nicht darum, alles radi­kal zu redu­zie­ren. Son­dern darum, klar zu ent­schei­den, was blei­ben darf – und was gehen kann. Wer sich früh­zei­tig mit die­sem Pro­zess beschäf­tigt, schafft nicht nur Ord­nung im Außen. Es ent­steht auch eine neue innere Ruhe.

Viele emp­fin­den das Auf­räu­men für das Lebens­ende sogar als befrei­end:
Bal­last fällt weg, Gedan­ken wer­den kla­rer, und der Blick rich­tet sich wie­der nach vorne – auf die Zeit, die noch da ist.

Auf­räu­men für das Lebens­ende: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Der Ein­stieg fällt oft leich­ter, als gedacht – vor allem, wenn du struk­tu­riert vor­gehst.

  1. Begin­nen Sie mit ein­fa­chen Kate­go­rien
    Star­ten Sie mit Din­gen, die emo­tio­nal für Sie weni­ger auf­ge­la­den sind.
    - Klei­dung
    - Küchen­uten­si­lien
    - Kos­me­tik- und Hygie­ne­ar­ti­kel
    So kom­men Sie ins Tun, ohne direkt in die Über­for­de­rung zu kip­pen.
  2. Arbei­ten Sie in Kate­go­riene – nicht in Räu­men
    Sam­meln Sie alle Gegen­stände einer Kate­go­rie an einem Ort. Damit ver­schaf­fen Sie sich einen guten Über­blick, was wie­derum hilf­reich ist, damit Sie klare Ent­schei­dun­gen tref­fen.
    Es geht jetzt darum zu ent­schei­den, was noch Platz in Ihrem Leben ein­neh­men darf und was nicht.
  3. Schaf­fen Sie bewusst Raum für Erin­ne­run­gen
    Nut­zen Sie eine Erinn­ge­rungs­box oder einen Ord­ner für beson­dere Dinge:
    - Fotos
    - per­sön­li­che Andenken
    - Doku­mente, die Sie eigent­lich nicht mehr brau­chen, die aber einen wich­ti­gen Mei­len­stein in Ihrem Leben doku­men­tie­ren.
    Weni­ger ist mehr: Ein aus­ge­wähl­tes Stück für Ihre Erin­ne­rung gut plat­ziert ist wert­vol­ler als eine ganze Kiste, die im Kel­ler ver­staubt.
  4. Brin­gen Sie Ihre Unter­la­gen in Ord­nung
    Gerade Ihre Doku­mente sind für Ihre Ange­hö­ri­gen enorm wich­tig. Eine klare Struk­tur hilft Ihren Hin­ter­blie­be­nen spä­ter, sich schnell zurecht­zu­fin­den. Tipps zum Thema fin­den Sie hier.
  5. Neh­men Sie sich Zeit für Ihre Fotos
    Fotos sind emo­tio­nal und dür­fen es auch sein. Gehen Sie sie in Ihrem Tempo durch und behal­ten Sie nur, was Sie wirk­lich berührt.

Die letz­ten Dinge regeln ist auch ein Neu­an­fang

Die­ser Pro­zess führt Sie durch Ihr gan­zes Leben. Durch die glück­li­chen Pha­sen, die schwie­ri­gen und die ganz har­ten. Nut­zen Sie diese Gele­gen­heit, um mit den Tie­fen in Frie­den abzu­schlie­ßen und die Höhe­punkte noch ein­mal zu genie­ßen. Auch wenn Sie sich durch die­sen Akt auf Ihr Lebens­ende vor­be­rei­ten, ver­ges­sen Sie einen wich­ti­gen Aspekt nicht: Sie gestal­ten gerade auch Ihren letz­ten Lebens­ab­schnitt. In Würde. Mit Ver­ant­wor­tung. Mit lie­be­vol­lem Blick, auf das was danach kommt.


_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​_​

Mit ein­fa­chen Rou­ti­nen kön­nen Sie jeden Tag dafür sor­gen, dass Sie Ihre Wunsch­ordnung zuhause erhal­ten. Ich habe die 9 bes­ten Ord­nungs­rou­ti­nen und die 5 bes­ten Stra­te­gien fürs Durch­hal­ten zusam­men­ge­fasst. Hier kön­nen Sie sie kos­ten­los anfor­dern:
Die 9 bes­ten Ord­nungs­rou­ti­nen

Mein Kom­plett­kurs “Ord­nung feder­leicht und für immer” beglei­tet Sie Schritt für Schritt beim Los­las­sen und Struk­tu­rie­ren. Schrei­ben Sie mir eine Mail für Ihren per­sön­li­chen Rabatt­code über 10%.

Möch­ten Sie wis­sen, wann ein neuer Blog­ar­ti­kel erscheint? Dann tra­gen Sie sich in mei­nen News­let­ter ein.

Außer­dem gibt es auf Face­book mei­nen ADHS-Ord­nungs­club.

Und übri­gens: wir mis­ten nicht aus. Wir machen eine Bestands­auf­nahme: des Lebens, der Wün­sche und der Bedürf­nisse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.