Ord­nung für faule Men­schen

Ord­nung ist genau das Rich­tige Werk­zeug für faule Men­schen. Für rich­tig faule Men­schen. Men­schen wie mich. Und weil ich gerne faul sein kön­nen will, ist auch meine Ord­nung genauso struk­tu­riert, dass sie mir zuar­bei­tet. Ich will also jetzt mal mit ein paar Vor­stel­lun­gen in den Ring stei­gen, die Men­schen davon abhal­ten, sich die­sen Luxus zu gön­nen: Faul­heit durch Ord­nung.

Faul­heit ist mehr als Nichts-Tun

Wenn ich sage, dass ich gerne faul bin, dann meine ich das genauso. Ich habe ein­fach gerne die Mög­lich­keit faul zu sein, wenn ich es gerade sein will. In mei­ner freien Zeit. Wenn ich meine Auf­ga­ben erle­digt habe. Am Ende eines Arbeits­ta­ges. Faul sein kön­nen, heißt für mich vie­les. Vor allem aber: freie Hand über mög­lichst viel unge­bun­dene Zeit zu haben. An man­chen Tagen ist das mehr, als an ande­ren. Und an man­chen Tagen habe ich gar keine unge­bun­dene Zeit zur Ver­fü­gung. Aber was ich nie habe: das Gefühl, ich müsste erst noch.….
Erst noch auf­räu­men, bevor Besuch kom­men kann.
Erst noch für Ord­nung sor­gen, bevor ich mich mit irgend­et­was beschäf­ti­gen kann, was mir Spaß macht.
Erst noch klar Schiff machen, bevor ich meine Gedan­ken zur Ruhe kom­men las­sen kann.
Bevor sie wei­ter­le­sen, noch eine wich­tige Anmer­kung: es gibt Men­schen, die alles das kön­nen UND gleich­zei­tig Unord­nung haben. Ich nenne diese Men­schen “glück­li­che Chao­ten”. Ich gehöre nicht dazu. Ich brau­che Ord­nung, damit ich mich wohl­fühle.

Ord­nung kos­tet Zeit

Nö. Ord­nung schenkt Zeit. Warum sollte ich mich denn sonst um meine Ord­nung küm­mern, wenn ich nichts davon hätte? Was ich in all den Jah­ren immer wie­der fest­ge­stellt habe, und auch wei­ter­hin fest­stel­len werde: meine Kund*innen inves­tie­ren weit­aus mehr Zeit in die Ord­nung als ich. Sie lesen Bücher, sehen Videos, beschäf­ti­gen sich in Gedan­ken damit, ver­brin­gen ganze Tage damit, für Ord­nung zu sor­gen. Zwei Gründe, warum diese Mühen ohne Effekt ver­puf­fen, habe ich ich hier beschrie­ben.
Noch einen Satz zur Gedan­ken­ar­beit. Das Unschöne an der Gedan­ken­ar­beit ist, dass viele sie nicht bewusst und frei­wil­lig machen, son­dern dass sie von den Gedan­ken unkon­trol­liert über­fal­len wer­den. Das viel­zi­tierte Gedan­ken­ka­rus­sell belas­tet sehr, sehr viele der unglück­li­chen Chaot*innen. Sich damit nicht mehr her­um­schla­gen zu müs­sen, ist schon ein rie­sen Gewinn.

Schlaue Grund­ord­nung.

Mit einer guten Grund­ord­nung muss man gar nicht mehr auf­räu­men. Son­dern nur noch weg­räu­men. Dafür müs­sen aber die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men. Und ja, das stimmt: für diese Rah­men­be­din­gun­gen zu sor­gen, braucht aller­dings Zeit. Und Plan. Und Ziel. Aber diese Zeit bekommt man 100fach zurück. Ein Leben lang.

Ord­nung muss per­fekt sein

Nö. Ich selbst bin Team “schlam­pige Ord­nung”. Denn ich bin der Über­zeu­gung, dass die Ord­nung für mich da sein soll und nicht ich für sie. Was bedeu­tet das? Ich über­lege mir sehr gut, wel­cher Out­put den Input recht­fer­tigt. Und so berate ich auch meine Kund*innen.
Ein Bei­spiel: mir bringt es über­haupt nichts, alle Lebens­mit­tel nach dem Ein­kauf immer in hüb­sche Behäl­ter umzu­fül­len. Ich habe über­haupt nichts davon. Im Gegen­teil: den Ein­kauf zu ver­stauen würde noch län­ger dau­ern. Den Ein­wand, dass die Lebens­mit­tel bes­ser vor Mot­ten geschützt sind, lasse ich nur bedingt gel­ten. Unser Credo ist: weni­ger Aus­wahl und dadurch rascher Ver­braucht. Wir haben keine 4 Sor­ten Reis – son­dern nur zwei. Wir haben keine 5 Müs­li­sor­ten, son­dern eine. Wir haben keine 5 ver­schie­de­nen Mehl­sor­ten, son­dern drei. Und die auch nur, weil wie sie inner­halb einer Woche ver­brau­chen.
Ich bin auch kein Fan von Eti­ket­ten. Denn das würde ja bedeu­ten, dass ich in jeden Behäl­ter immer das glei­che ein­fül­len muss.

Funk­tion vor Optik

In unse­ren Küchen­la­den sieht es eigent­lich ziem­lich wild aus. Einen Optik­preis kön­nen wir damit nicht gewin­nen. Aber: alles hat sei­nen Platz und kann mit maxi­mal zwei Hand­grif­fen weg­gräumt wer­den.
Die Tech­nik­kis­ten unse­rer Söhne: keine Augen­weide. Aber: alles fin­det dort Platz und kann ruck­zuck weg­ge­räumt wer­den.

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Nein – es spricht über­haupt nichts dage­gen, auch die Optik zu beach­ten. Aber man muss sich vor­her gut über­le­gen, ob man im All­tag dazu bereit ist, die dafür nöti­gen Hand­griffe regel­mä­ßig zu täti­gen.

Ord­nung ist Cha­rak­ter­sa­che

Jein.
Ja. Bestimmte Eigen­schaf­ten sind nötig, damit man zuerst mal die Rah­men­be­din­gun­gen schafft und dann die Ord­nung auch hält. Dis­zi­plin. Kon­se­quenz. Ent­schei­dungs­wille.

Nein. Das hat wenig mit Cha­rak­ter zu tun. Es ist viel ein­fa­cher. Dis­zi­plin, Kon­se­quenz und Ent­schei­dungs­wille sind Eigen­schaf­ten, die wir alle besit­zen. In mei­nem Kurs und auch in der Arbeit vor Ort, fin­den wir des­halb auch raus, wie diese Eigen­schaf­ten für das Ord­nungs­pro­jekt akti­viert wer­den kön­nen.
Viele mei­ner Kund*innen haben sehr anspruchs­volle Berufe oder ein har­tes Stu­dium hin­ter sich. Gleich­zei­tig reden sie sich ein, dass sie inkon­se­quent und undi­zi­pli­niert sind.
Ohne Sie zu ken­nen: ich bin über­zeugt, dass auch Sie über diese Eigent­schaf­ten ver­fü­gen. Es ist nur eine Frage, wie Sie sich Dis­zi­plin, Kon­se­quenz und Ent­schei­dungs­wille für Ihr Ord­nungs­pro­jekt ver­füg­bar machen kön­nen.

Ord­nung bedeu­tet Ein­schrän­kung

Jein.
Ja, wenn wir von mate­ri­el­lem Besitz spre­chen. Ja, wenn Ihnen Kon­sum wich­tig ist. Je mehr wir besit­zen, desto schwie­ri­ger wird es mit einer Ord­nung für Faule. Viele Men­schen leben über ihre Qua­drat­me­ter-Ver­hält­nisse. Dann beginnt das Stop­fen und Sta­peln. Und es endet der Weg für eine leichte Ord­nung. Jedes Ding, das wir besit­zen, ist ein Job. Ich bin der Mei­nung, dass die Dinge dann zumin­dest schon ein wirk­li­ches Plus in unser Leben brin­gen soll­ten.

Wenn wir aber mal all die Wäh­run­gen in die Waag­schale wer­fen, die in unse­rem Leben eine Rolle spie­len, dann sieht die Rech­nung schon anders aus.
Die Wäh­run­gen Zeit, Ener­gie und Platz haben viele gar nicht auf dem Schirm. Dabei zahlt man auch auf diese Kon­ten stän­dig ein – oder macht Schul­den. Ich emp­fehle sehr, da mal einen Blick drauf zu wer­fen, damit das ganze Gefüge mehr ins Gleich­ge­wicht kommt.

Ord­nung muss Spass machen

Dop­pelnö. Das Ergeb­nis sollte Spaß machen, aber die Tätig­kei­ten, die dahin füh­ren dür­fen kom­plett spaß­be­freit erle­digt wer­den.
Hab ich Bock, am Abend um 22.00 noch den Geschirr­spü­ler aus­zu­räu­men. Mit­nich­ten. Aber ich hab so Bock, am Mor­gen in eine auf­ge­räumte Küche zu kom­men.
So ver­hält es sich mit allen Ord­nungs­rou­ti­nen. Sie selbst machen kei­nen Spaß – aber das ist auch nicht ihr Job. Ihr Job ist es, mit wenig Auf­wand und Wider­stand dafür zu sor­gen, dass man am Ergeb­nis Spaß hat. Im Übri­gen ist “Spaß” keine Kern­kom­pe­tenz, die man braucht, um die Rou­ti­nen kon­se­quent durch­zu­füh­ren.
Als klei­ner Aus­zug aus mei­nem Rou­ti­nen­trai­ning daher ein Tipp: Fra­gen Sie sich nicht, ob Sie jetzt Lust haben. Die Ant­wort wird immer “nein” lau­ten und das ist dann der sichere Tod Ihres Vor­ha­bens. Fra­gen Sie sich “Wie lange wirds dau­ern”. Dar­auf bekom­men Sie eine objek­tive Ant­wort, die Ihnen nicht den Wind aus den Segeln neh­men wird.

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