“Dich rufen mehr Frauen als Männer an, oder?” Nicht gerade meine Lieblingsfrage. Nicht weil sie so oft kommt, sondern weil ich sie leider bejahen muss. Männer – so suggeriert diese Frage – interessieren sich einfach nicht für Ordnung. Es ist unmännlich. Was unmännlich ist, ist demnach weiblich. Ergo nichts, womit sich ein Mann beschäftigen will. Oder vielleicht sogar sollte. Weil sonst könnte er ja als unmännlich rüberkommen. Männer, die jetzt “Weiberkram” denken, müssen sich klar darüber sein, dass sie in Gedanken gerade ihre Partnerin und/oder Tochter in Grund und Boden degradieren. Es wird Zeit; liebe Frauen da draußen, zu entscheiden: “Ich akzeptiere die Unordnung meines Partners nicht mehr.” Aber Achtung: weil ja Frauen auch gerne für Veränderung zuständig gemacht werden (“willst Du wieder eine glückliche Beziehung, dann werde doch so und so”), läuft das hier anders. Die Männer sind dran, sich zu bewegen.
Der unselbständige Mann
Der unselbständige Mann, der im Haushalt die Dinge einfach nicht sieht, resultiert nicht aus einer genetischen Begrenzung. Er ist gemacht. Er ist gewollt. Männer, die im Beruf hochkomplexe Probleme lösen, erzählen uns wirklich, dass sie einfach nicht so gut putzen können? Nicht so gut Ordnung halten können?
Wer lacht noch, außer mir?
Ok – gestehen wir den Männern zu, dass sie zuhause als Kinder nie was im Haushalt tun mussten (eine sehr gerne genommene Entschuldigung). Aber was heißt das? Sie mussten zuhause sicher auch keine Programme programmieren, keine Firma führen, keine Bewerbungsgespräche führen. Das eigene männliche Unvermögen wird im Haushalt gerne als Kompliment verbrämt. “Du kannst das halt einfach besser.”
Männer – ein Mindestmaß an Ordnung halten, die Waschmaschine einschalten und Wäsche aufhängen, dafür sorgen, dass genug Klopapier da ist und Bettwäsche wechseln sprengt sicher nicht eure Kompetenzen. Macht euch und uns nichts vor. Wir durchauen das und ihr auch.

Ordnung halten ganz nebenbei?
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Männer nehmen Unordnung nicht wahr
Puh – eine sehr provokante Behauptung. Aber gut – sehe wir sie uns mal etwas an. Es gibt eine Studie aus dem Jahr 2022 von Tom McClelland und Paulina Sliwa, die mehr oder weniger genau das sagt. Ich will mit einem Beispiel erklären, wie das in der Studie gemeint ist.
Eine Frau sieht eine schmutzige Kaffeetasse und spürt automatisch den Drang, in Aktion zu treten. Denn: Die Tasse ist in ihrem aktuellen Zustand nicht für den Zweck zu verwenden, für den sie angschafft wurde: aus ihr zu trinken. Ein Mann sieht eine Tasse, die schmutzig ist. Diese Tatsache wird festgestellt und das ist ausreichend.
Männer, die jetzt Morgenluft wittern, weil sie ja quasi von Natur aus benachteiligt sind, dürfen gleich wieder mit dem Grinsen aufhören. Denn natürlich stellen sich zwei Fagen:
1) Woher kommt das?
2) Und wie kann Mann das ändern?
Zur ersten Frage will ich mich gar nicht weiter äußern – denn die scheint mir nicht wichtig. Dazu steht in der Studie ausreichend viel. Also wenden wir uns gleich der 2. Frage zu. McClelland sagt in einem Interview mit dem Online-Magazin The Brighter Side, dass wir Menschen in der Lage sind, unsere Wahrnehmung zu trainieren. An erster Stelle steht da natürlich, dass wir das wollen. Nur wenn wir eine bestimmte Eigenschaft entwickeln wollen, können wir sie trainieren. Also darf man an die betreffenden Männer ganz klar die Frage stellen “Willst Du Deinen Teil beitragen? Willst Du, dass ich Dich als Partner im gemeinsamen Haushalt ernst nehme?”
Warum Unordnung nicht männlich ist …
… und Ordnung nicht unmännlich.
Liebe Männer, wenn ihr wüsstet, wie Eure Partnerinnen die Augen rollen, wenn sie von Eurem Unwillen erzählen. “Ich liebe ihn wirklich – aber wenn sich das nicht ändert, trenne ich mich”. Die Frauen spielen in Gedanken nicht mit einer Trennung, weil ihr nicht aufräumt. Sondern weil ihr sie in ihrem Wunsch nicht ernst nehmt. Weil ihr eure Unselbständigkeit als männlich vor euch hertragt. Weil sie sich plötzlich wie nörgelnde Mütter verhalten, weil ihr Euch wie störrische Teenager verhaltet.
There is hope
Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich zu einem Vortrag in einem dieser exklusiven Business-Zirkel eingeladen wurde. Vor mir saßen Frauen und Männer. Als ich mich vorstellte, lehnten sich einige Männer mit süffisantem Grinsen zurück, verschränken ihre Arme und signalisierten mit großer Expertise Desinteresse. Und einer war sich sogar nicht zu blöd zu sagen “Ach – da hätte ich heute besser meine Frau hergeschickt.” Diese Männer hatten eine Gemeinsamkeit – sie waren um die 60.
Ich glaube fest, dass diese Männer Auslaufmodelle sind. Denn ich kenn auch wirklich viele andere Männer. Und ich habe auch Männer als Kunden, die männlich genug sind, Ordnung nicht als “Weiberkram” zu degradieren.
Für alle Männer, die jetzt beschließen Verantwortung zu übernehmen: hier findet ihr Tipps, wie es weitergehen kann:
Streitthema Ordnung – Wege aus der Streitspirale
Überrascht eure Partnerin und freut Euch über ihre Reaktion.
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