Redet die Wäsche auf dem Wäscheständer auch manchmal mit Ihnen? Sagt sie “Ich wäre jetzt dann schon seit einem Tag trocken und wünsche zusammengelegt zu werden.”
Schießt das schmutzige Geschirr spitze Pfeile? “Ich weiß – du wirst mich nicht gleich aufräumen – auch wenn Du es Dir gaaaaanz fest vornimmst.
Lacht die Abstellkammer laut auf? “Haha, den Karton willst Du hier noch reinstopfen? Das schau ich mir an. Wo ist mein Popcorn?“
Das Aufräumen aufschieben ist eine eigene Disziplin, die einige Kompetenzen braucht. Und: Aufschieben ist nicht gleich Aufschieben. Es gibt verschiedene Typen von „Aufräum-Vermeidungsstrategien“. Wir wollen ihnen mal etwas auf den Zahn fühlen. Vielleicht erkennen Sie sich (oder Ihr*e Partner*in … hust) in der einen oder anderen wieder.
PS: dieser Artikel gilt natürlich auch für Männer. Sie sind sehr herzlich in der weiblichen Form mitgemeint.
1. Perfektionisten
Dieser Typ denkt nicht: „Ich räume jetzt schnell die Küche auf.“
Nein, die Perfektionistin plant direkt eine Generalüberholung inklusive Schubladen-Ausmisten, Farbkonzept fürs Regal und Etikettiermaschine. Und weil das so ein Riesending ist, fängt sie lieber gar nicht erst an. Aber Pläne und Listen machen – das ist absolut ihr Ding. Dazu gibt es eigene hübsche Notizbücher, mit Querverweisen, Literatur-Tipps und natürlich eine gut strukturierten Link-Liste auf dem PC.
Typisches Motto: „Wenn schon, dann richtig – aber heute passt es einfach nicht.“
Die Wahrheit: Perfektionismus klingt nach hohem Standard, ist aber oft nur eine hübsch verpackte Ausrede. Lieber ein bisschen Ordnung jetzt als der nie gestartete Großputz.
2. Die Philosophin
Sie sitzt mitten im Chaos, betrachtet den Wäschestuhl (Sie wissen schon, dieser Stuhl, auf dem Sie Kleidung der Sonderkategorie “schmauber” sammeln: noch nicht schmutzig genug für die Wäsche, aber nicht sauber genug für den Kleiderschrank) und denkt: „Was sagt mir dieses Chaos eigentlich über mein Inneres?“
Stunden später ist der Wäschestuhl immer noch da – aber die Philosophin hat ein Notizbuch voller tiefgründiger Gedanken über die Sinnhaftigkeit von Unordnung.
Typisches Motto: „Das Universum will, dass ich erst reflektiere.“
Die Wahrheit: Nachdenken ist super. Aber das Gefühl der Klarheit stellt sich viel schneller ein, wenn Sie gleichzeitig ein T‑Shirt in den Schrank legen.

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3. Die Auslastungs-Künstlerin
Dieser Typ ist überzeugt, keine Sekunde Zeit fürs Aufräumen zu haben. Schließlich sind da noch der Job, die Kinder, die Katze, der Garten, das Ehrenamt und man muss ja auch schauen, was auf Social Media so los ist.
Typisches Motto: „Ich hätte ja, aber musste .… (beliebige Ausrede einsetzen).“
Die Wahrheit: Niemand hat Zeit zum Aufräumen. Wir nehmen sie uns – oder eben nicht. Und wenn Sie zu diesem Typ gehören, hilft es, kleine 10-Minuten-Blöcke einzuplanen. Das Wichtigste ist, den ersten Schritt zu gehen. Denn nur dann können die Schritte 2, 3, 4, .…. folgen.
4. Die Verhandlerin
Sie räumt nicht jetzt auf, sondern macht mit sich selbst Deals: „Wenn ich heute nicht aufräume, dann aber morgen. Ganz sicher! Oder spätestens Samstag. Oder nach meinem Urlaub. Oder wenn ich in der Arbeit dieses Projekt abgeschlossen habe.”
Das Ergebnis? Sie lebt in einer endlosen Schleife aus selbstgemachten Aufräum-Versprechen, die sie sich leider selbst schon nicht mehr glaubt.
Typisches Motto: „Morgen ist einfach ein besserer Zeitpunkt”
Die Wahrheit: Wer den Schweinehund fragt, ob der Lust hat, hat schon verloren. Denn er hat in der Schweinehundeschule gelernt, auf diese Frage IMMER “nein” zu antworten. Fragen Sie sich bei kleinen Aufgaben lieber “wie lange wird es dauern.”
5. Die Schönrednerin
Chaos? Ach was! Das sind „kreative Haufen“. Die Küche? Ein „lebendiger Ort“. Und das Wohnzimmer? „Organisierte Unordnung“. Weitere beliebte Allgemeinplätze sind:
- “Ich will ja nicht leben wie in einem Möbelhaus”
- “Ich will nicht meine ganze Zeit mit Aufräumen verbringen.”
Typisches Motto: „Ordnung ist was für Langweiler – ich hab was Besseres zu tun“
Die Wahrheit: Natürlich darf es gemütlich sein. Aber wenn Sie halt doch nicht zu den glücklichen Chaotinnen gehören, sondern Sie das Chaos eigentlich stresst, dann ist es nicht mehr kreativ, sondern einfach nur Ballast.
Warum wir so gerne das Aufräumen aufschieben
Psychologen nennen es „Avoidance Behavior“ – wir meiden das, was unangenehm ist. Und das geht – leider – ganz automatisch. Das müssen wir nicht lernen – das können wir. Klar, Aufräumen kann nervig sein. Aber gleichzeitig frisst das Aufschieben mehr Energie, als das eigentliche Tun kosten würde. Plus: es nagt das schlechte Gewissen an uns. Wie man aus dem Aufschiebe-Kreislauf aussteigt – dazu habe ich hier mehr Tipps gesammelt:
Keine Zeit zum Aufräumen
Kann ich Ordnung lernen?
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