Auf­räu­men auf­schie­ben: 5 erpobte Metho­den

Ein altmodischer Wecker mit einem Textfeld, auf dem "Morgen" steht.

Redet die Wäsche auf dem Wäsche­stän­der auch manch­mal mit Ihnen? Sagt sie “Ich wäre jetzt dann schon seit einem Tag tro­cken und wün­sche zusam­men­ge­legt zu wer­den.”
Schießt das schmut­zige Geschirr spitze Pfeile? “Ich weiß – du wirst mich nicht gleich auf­räu­men – auch wenn Du es Dir gaaaa­anz fest vor­nimmst.
Lacht die Abstell­kam­mer laut auf? “Haha, den Kar­ton willst Du hier noch rein­stop­fen? Das schau ich mir an. Wo ist mein Pop­corn?“
Das Auf­räu­men auf­schie­ben ist eine eigene Dis­zi­plin, die einige Kom­pe­ten­zen braucht. Und: Auf­schie­ben ist nicht gleich Auf­schie­ben. Es gibt ver­schie­dene Typen von „Auf­räum-Ver­mei­dungs­stra­te­gien“. Wir wol­len ihnen mal etwas auf den Zahn füh­len. Viel­leicht erken­nen Sie sich (oder Ihr*e Partner*in … hust) in der einen oder ande­ren wie­der.
PS: die­ser Arti­kel gilt natür­lich auch für Män­ner. Sie sind sehr herz­lich in der weib­li­chen Form mit­ge­meint.

1. Per­fek­tio­nis­ten

Die­ser Typ denkt nicht: „Ich räume jetzt schnell die Küche auf.“
Nein, die Per­fek­tio­nis­tin plant direkt eine Gene­ral­über­ho­lung inklu­sive Schub­la­den-Aus­mis­ten, Farb­kon­zept fürs Regal und Eti­ket­tier­ma­schine. Und weil das so ein Rie­sen­ding ist, fängt sie lie­ber gar nicht erst an. Aber Pläne und Lis­ten machen – das ist abso­lut ihr Ding. Dazu gibt es eigene hüb­sche Notiz­bü­cher, mit Quer­ver­wei­sen, Lite­ra­tur-Tipps und natür­lich eine gut struk­tu­rier­ten Link-Liste auf dem PC.

Typi­sches Motto: „Wenn schon, dann rich­tig – aber heute passt es ein­fach nicht.“

Die Wahr­heit: Per­fek­tio­nis­mus klingt nach hohem Stan­dard, ist aber oft nur eine hübsch ver­packte Aus­rede. Lie­ber ein biss­chen Ord­nung jetzt als der nie gestar­tete Groß­putz.

2. Die Phi­lo­so­phin

Sie sitzt mit­ten im Chaos, betrach­tet den Wäsche­stuhl (Sie wis­sen schon, die­ser Stuhl, auf dem Sie Klei­dung der Son­der­ka­te­go­rie “schmau­ber” sam­meln: noch nicht schmut­zig genug für die Wäsche, aber nicht sau­ber genug für den Klei­der­schrank) und denkt: „Was sagt mir die­ses Chaos eigent­lich über mein Inne­res?“

Stun­den spä­ter ist der Wäsche­stuhl immer noch da – aber die Phi­lo­so­phin hat ein Notiz­buch vol­ler tief­grün­di­ger Gedan­ken über die Sinn­haf­tig­keit von Unord­nung.

Typi­sches Motto: „Das Uni­ver­sum will, dass ich erst reflek­tiere.“

Die Wahr­heit: Nach­den­ken ist super. Aber das Gefühl der Klar­heit stellt sich viel schnel­ler ein, wenn Sie gleich­zei­tig ein T‑Shirt in den Schrank legen.

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3. Die Aus­las­tungs-Künst­le­rin

Die­ser Typ ist über­zeugt, keine Sekunde Zeit fürs Auf­räu­men zu haben. Schließ­lich sind da noch der Job, die Kin­der, die Katze, der Gar­ten, das Ehren­amt und man muss ja auch schauen, was auf Social Media so los ist.

Typi­sches Motto: „Ich hätte ja, aber musste .… (belie­bige Aus­rede ein­set­zen).“

Die Wahr­heit: Nie­mand hat Zeit zum Auf­räu­men. Wir neh­men sie uns – oder eben nicht. Und wenn Sie zu die­sem Typ gehö­ren, hilft es, kleine 10-Minu­ten-Blö­cke ein­zu­pla­nen. Das Wich­tigste ist, den ers­ten Schritt zu gehen. Denn nur dann kön­nen die Schritte 2, 3, 4, .…. fol­gen.

4. Die Ver­hand­le­rin

Sie räumt nicht jetzt auf, son­dern macht mit sich selbst Deals: „Wenn ich heute nicht auf­räume, dann aber mor­gen. Ganz sicher! Oder spä­tes­tens Sams­tag. Oder nach mei­nem Urlaub. Oder wenn ich in der Arbeit die­ses Pro­jekt abge­schlos­sen habe.”

Das Ergeb­nis? Sie lebt in einer end­lo­sen Schleife aus selbst­ge­mach­ten Auf­räum-Ver­spre­chen, die sie sich lei­der selbst schon nicht mehr glaubt.

Typi­sches Motto: „Mor­gen ist ein­fach ein bes­se­rer Zeit­punkt”

Die Wahr­heit: Wer den Schwei­ne­hund fragt, ob der Lust hat, hat schon ver­lo­ren. Denn er hat in der Schwei­ne­hun­de­schule gelernt, auf diese Frage IMMER “nein” zu ant­wor­ten. Fra­gen Sie sich bei klei­nen Auf­ga­ben lie­ber “wie lange wird es dau­ern.”

5. Die Schön­red­ne­rin

Chaos? Ach was! Das sind „krea­tive Hau­fen“. Die Küche? Ein „leben­di­ger Ort“. Und das Wohn­zim­mer? „Orga­ni­sierte Unord­nung“. Wei­tere beliebte All­ge­mein­plätze sind:
- “Ich will ja nicht leben wie in einem Möbel­haus”
- “Ich will nicht meine ganze Zeit mit Auf­räu­men ver­brin­gen.”

Typi­sches Motto: „Ord­nung ist was für Lang­wei­ler – ich hab was Bes­se­res zu tun“

Die Wahr­heit: Natür­lich darf es gemüt­lich sein. Aber wenn Sie halt doch nicht zu den glück­li­chen Chao­tin­nen gehö­ren, son­dern Sie das Chaos eigent­lich stresst, dann ist es nicht mehr krea­tiv, son­dern ein­fach nur Bal­last.

Warum wir so gerne das Auf­räu­men auf­schie­ben

Psy­cho­lo­gen nen­nen es „Avo­id­ance Beha­vior“ – wir mei­den das, was unan­ge­nehm ist. Und das geht – lei­der – ganz auto­ma­tisch. Das müs­sen wir nicht ler­nen – das kön­nen wir. Klar, Auf­räu­men kann ner­vig sein. Aber gleich­zei­tig frisst das Auf­schie­ben mehr Ener­gie, als das eigent­li­che Tun kos­ten würde. Plus: es nagt das schlechte Gewis­sen an uns. Wie man aus dem Auf­schiebe-Kreis­lauf aus­steigt – dazu habe ich hier mehr Tipps gesam­melt:
Keine Zeit zum Auf­räu­men
Kann ich Ord­nung ler­nen?

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