Großes Ziel Ordnung – das schaff’ ich ja doch nicht

Den Gedanken “Das schaff ich ja doch nicht” kenn ich gut. Leider. Er hat mich jahrelang begleitet. Gehemmt. Klein und bescheiden gehalten. Ich kann mich deshalb sehr gut in meine KundInnen einfühlen, die vor ihrem großen Ordnungsprojekt Bammel haben. Ich finde, Sie sollten das wissen. Ich bin nicht Super-Woman, die alles mühelos auf die Reihe bekommt. Deshalb habe ich mir im Laufe der Zeit einige Werkzeuge angeeignet, um

  • Gewohnheiten zu verändern
  • Klarheit über meine Ziele zu bekommen
  • mich zu motivieren

Alles was ich meinen KundInnen empfehle, habe ich also selbst ausprobiert. Vieles davon wende ich selbst teilweise täglich an.

Ordnung ist halt nicht mein Problem. Aber das Thema ist ja auch völlig wurscht. Zumindest unserem Gehirn. Dem ist es einerlei, ob wir sagen: “Ich schmiere mir jetzt ein Brot” oder “Ich beweise jetzt, dass 1+1 ≠ 2”. Ja wirklich, unser Hirn nimmt jede Aufgabe völlig ohne Bewertung erstmal zur Kenntnis. Die Bedenken und Zweifel, die konstruieren wir uns schön selbst.

Endlich ordentlich – denken Sie übergroß

Wenn Sie  – wie ich – gerne Bücher zum Thema persönliche Entwicklung lesen, dann sind Ihnen vielleicht schon die beiden  Strategien untergekommen:

  1. Gehe beharrlich auf Dein Ziel in kleinen, machbaren Schritten zu
  2. Setze Dir ein übergroßes, fast unrealistisches Ziel

Strategie Nummer 1 hat mich jahrelang begleitet. Ich fand sie angenehm. Sie hat nicht besonders viel von mir gefordert. Kleine Schritte eben. Strategie 2 ist mir vor ungefähr 4 Jahren untergekommen. Ich war erschrocken und gar nicht begeistert. Ein übergroßes Ziel? Fast unrealistisch? Das muss doch zu Frust führen! Und wie passt das mit den kleinen Schritten zusammen? Ich wollte von Strategie 2 nichts wissen. Blöderweise bin ich dann immer öfter darüber gestolpert. Weil ich davon überzeugt bin, dass sowas kein Zufall ist, hab ich mir die Mühe gemacht über meinen Widerstand nachzudenken. Lange musste ich nicht nachdenken. Mir war sehr schnell klar, dass ich die Vorstellung von einem übergroßen Ziel ablehnte, weil mich das aus meiner Komfortzone holen würde. Ich müsste richtig was für mein Ziel tun. Puh – wie anstrengend.

Als ich dann weiter nachdachte, wurde mir auch klar, dass Strategie 1 und 2 natürlich ganz wunderbar zusammenpassen. Ich brauch ein übergroßes Ziel, das mich wirklich weiterbringt und das verfolge ich in machbaren Schritten. Also hab ich mich daran gemacht, zu träumen. Zu fantasieren, alle Bescheidenheit über Bord zu werfen und mir alles zuzutrauen. Ich kann Ihnen sagen, das hat sich vielleicht toll angefühlt. Vor allem der Teil, in dem ich mir alles, wirklich alles zugetraut habe. Sie sind jetzt vermutlich neugierig, was denn mein großes Ziel ist, aber das behalte ich für mich. Bitte um Verständnis.

Lassen Sie nicht die Hürde entscheiden

“Ja warum erzählt sie das denn alles, wenn sie die Katze nicht aus dem Sack lassen will?” denken Sie jetzt vermutlich.

Ich erzähle das, weil ich genau weiß, wie Sie sich fühlen angesichts Ihres großen Wunsches nach Ordnung. Ich hatte und habe eben auch so einen großen Wunsch und kenne die inneren Hürden ganz genau. Ich weiß

  • wie es sich anfühlt, keinen Anfang zu finden
  • warum man oft frustriert ist, weil man auf der Stelle tritt
  • welche Sätze man sich immer wieder vorsagt um nur ja nichts verändern zu müssen
  • wie zerrissen man sich fühlt zwischen dem großen Herzenswunsch und der hervorragend funktionierenden inneren Bremse

Das Perfide ist, dass manche unserer inneren Hürden eigentlich kinderleicht zu überwinden sind. Wenn wir nur mal springen. Was uns am Boden hält ist lediglich der Gedanke daran, eventuell nicht hoch genug zu springen. Mit der Fußspitze hängen zu bleiben und zu fallen. Verfolgen wir das Bild mit der Hürde mal weiter: Was würden Sie tun, wenn Sie die Hürde reißen und hinfallen? Die Antwort ist glasklar, oder? Aufstehen. Und hier kommt der Knackpunkt, der den Unterschied macht. Was Sie danach tun, ist entscheidend:

  1. sich hinsetzen und später vom Platz schleichen (“Hürdenlauf ist doof und eh nichts für mich. Ich hab’s ja immer gewusst”)
  2. sich hinsetzen und überlegen was schief gelaufen ist (“Hm, ich werde üben, die Fußspitze mehr zu heben”)
  3. die nächste Hürde nehmen, auch wenn Sie wissen, dass Sie dieses Rennen nicht mehr gewinnen werden (“ach egal, vielleicht war’s nur Zufall, die nächste Hürde klappt bestimmt”)

Glauben Sie mal eine Woche was anderes

Ich gehöre ganz klar zur Kategorie 1.

Gehörte!

Ich hatte es irgendwann einfach satt, mir ständig selbst im Weg zu stehen und über mich selbst frustriert zu sein. Also habe ich beschlossen, es jetzt anders zu machen. Dabei hat mir vor allem ein Gedanke geholfen:

Es gibt keinen Grund, dass ich nicht auch schaffe, was andere schaffen.

Ok, jetzt mal abgesehen vom Chemie-Nobelpreis (aber hey, solange ich nicht ausprobiere ihn zu bekommen, kann ich selbst das nicht mit Sicherheit ausschließen).

Meine Wünsche sind erreichbar. Nur in meiner kleinen Katrin-Welt habe ich sie mir als unrealistisch zurechtgeschustert. Warum? Die Wahrheit war nicht gerade schmeichelhaft, aber heilsam: Weil ich die Anstrengung gescheut habe. Woher das kommt, kann ich nicht sagen. Aber schon in der Schule dachte ich mir “es hat eh keinen Zweck zu lernen, weil ich doch trotzdem keine bessere Note bekommen werde.” Also habe ich nicht gelernt und habe was bekommen? Genau: schlechte Noten. Ich habe nie überprüft, ob das stimmt, was ich mir da einrede.

Könnten Sie das auch von sich glauben?

Es gibt keinen Grund, dass ich nicht auch schaffe, was andere schaffen.

Klar können Sie das. Das Gegenteil können Sie ja auch glauben.

Groß zu denken braucht Mut und Übung

Jetzt gehen Sie den nächsten Schritt und fantasieren Sie groß.

  1. Was haben Sie, wenn Sie endlich Ihre Wunschordnung haben?
  2. Was müssen Sie nicht mehr tun/haben, wenn Sie Ihre Wunschordnung haben?
  3. Wie wird es sich anfühlen, wenn Sie Ihr Ordnungsprojekt umgesetzt haben?
  4. Welchen Wunsch können Sie sich erfüllen, wenn Sie Ihr Ordnungsprojekt geschafft haben?

Bekommen Sie einen Schreck, weil Sie ganz ungebührlich unbescheiden sind? Finden Sie Ihren Wunsch vermessen? Gleizeitig bemerken Sie so ein Sehnsuchts-Ziepen im Bauch? Dann haben Sie vermutlich genau das Richtige entdeckt. Gratuliere!

Jetzt heißt es erstmal, sich daran zu gewöhnen. Erlauben Sie sich täglich mehrmals in Ihrer “endlich ordentlich”-Fantasie zu baden. Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie jahrelang Übung darin hatten, klein zu denken. Dieses Denken umzukehren braucht schon etwas Zeit. Bleiben Sie dran.

Es gibt keinen Grund, dass ich nicht auch schaffe, was Katrin geschafft hat.

Freuen Sie sich über Ihre großen Ordnungsziele und über die wachsende Gewissheit, sie erreichen zu können.

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Ich bevorzuge ja den Begriff “Bestandsaufnahme” statt Ausmisten. Wenn Sie wissen möchten, was für mich der Unterschied ist und wie Sie die für sich richtigen Entscheidungen treffen können, dann schauen Sie doch in meinen kompakten Ratgeber “Die drei Säulen der Ordnung”.

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