Mit dem richtigen inneren Team kommt Ihr Ordnungsprojekt in Gang
Wären nicht viele Dinge in unserem Leben leichter, wenn wir Aufgaben abgeben könnten? Würden wir mit unseren Vorhaben nicht viel schneller vorankommen, wenn die ungeliebten Teile jemand für uns erledigen würde?
Ich wüsste sofort, welche Baustellen ich schließen könnte, hätte ich nur eine Truppe um mich herum, die ich einteilen könnte. Es sind gar nicht so oft die Fähigkeiten, die mir fehlen. Da wo es nicht so gut vorwärts geht, hapert es einfach an der Lust.
Gerade bei Projekten, die nicht akut zu erledigen sind, tendieren wir dazu, uns von unseren Vorlieben leiten zu lassen. “Muss ja nicht sein, ist nicht so dringend.” Leider bleiben deswegen meist genau die Projekte auf der Strecke, die uns unseren Lebenszielen näherbringen könnten.
Der Punkt an dem unser langer Atem auf die Probe gestellt wird, kommt schnell. Es gibt da nämlich immer ein paar Erkenntnise, die uns nicht so recht schmecken wollen:
- wir merken, uns fehlt eine bestimmte Fähigkeit – die müssten wir erst lernen
- wir stellen fest, dass es da so ein paar lästige Aufgaben gibt, die einfach keinen Spaß machen
- die schnellen Anfangserfolge (“boah ich bin ja ein Naturtalent”) werden von zähen Phasen abgelöst (“es hat keinen Sinn, ich hab’s einfach nicht drauf”)
- wir werden ziemlich unschön mit Eigenschaften konfrontiert, die wir an uns selbst nicht so sehr schätzen. Jetzt merken wir, wie sehr die uns im Weg stehen.
Und da sind wir wieder: wenn wir doch einfach bestimmte Aufgaben abgeben könnten, an jemand anderen im Team.….
Genau wie in der Arbeit: das Team muss stimmen
Öfter als nicht sind wir in unserem Leben unser eigenes Team. Genau hier könnte auch die Lösung liegen: Bilden Sie ganz bewusst Ihr eigenes Team – Ihr inneres Team.

Ordnung halten ganz nebenbei?
So geht’s!
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Ich lese ja viel zum Thema Motivation und da ist immer von Ressourcen die Rede. Die Ressourcen, die wir ganz leicht abrufen können und die, die wir uns erarbeiten können. Manche haben wir einfach seit Kindheit, manche haben wir uns angeeignet, um manche beneiden wir andere Menschen.
Die ganz, ganz großartige Nachricht ist: unsere inneren Ressourcen sind nie endlich. Wir können immer neue Ressourcen erlernen. Die noch bessere Nachricht ist: die meisten Ressourcen sind bereits in uns angelegt. Und jetzt kommt es noch besser: davon haben oder hatten wir sehr viele schon in Gebrauch. Die typischen Todessätze wie “ich hab halt keine Ausdauer” stimmen meist gar nicht.
Jede Ressource entspricht im inneren Team einem Teammitglied mit einer bestimmten Fähigkeit. Müssten Sie ein Team zusammenstellen und es fehlt noch die Ressource “Kreativität”, würden Sie also eine Person mit genau dieser Fähigkeit suchen.
Ihr inneres Team sind Ihre Ressourcen
Haben wir also ein großes Projekt vor uns, könnten wir vorher genau überlegen welche Teammitglieder wir in unserem inneren Team brauchen. Steht die Zusammenstellung fest, spüren wir sofort welche uns fehlen und welche schon begeistert auf den Startschuss warten.
Unsere etwas zähen Teamkollegen wollen immer ein wenig gehätschelt werden. Sie ziehen sich gerne zurück und wollen stetig ermutigt werden. Das kann einem ganz schon auf die Nerven gehen. Dass uns dabei die Puste ausgeht – wenn wundert’s. Von der Lust und der Freude ganz zu schweigen. Selbst unsere begeisterten Teammitglieder lassen sich von der Lethargie anstecken.
Wenn wir unser inneres Team zusammenstellen, müssen wir also
- unsere zähen Teamkollegen kennen
- wissen wie wir sie bei Laune halten
- verstehen, wie unsere Raketen und unsere Bremser sich gegenseitig unterstützen
Wirklich viele meiner KundInnen haben ein großes Ordnungsprojekt vor sich liegen. Das kann groß im Äußeren sein. Z.B. wenn schon Jahrzehnte lang nichts aussortiert wurde. Oder im Inneren, wenn schon zig Anläufe genommen wurden und der innere Widerstand gigantisch ist.
Bremser und Raketen – so bereichern sie Ihr inneres Team
Also versuchen wir rauszufinden, wo die Lücke im inneren Team ist. Ist es die Ausdauer? Liegt es am Fokus? Ist es die Genauigkeit?
Welche Teamkollegen pfuschen immer wieder rein? Schreit die Kreativität: “Ordnung ist laaaaaangweilig!” Mosert die Genauigkeit “Stopp! Das müssen wir erstmal genau planen.” Unterbricht die Geselligkeit “Ach komm, den XY hast Du doch schon lange nicht mehr angerufen – das andere kann warten.”
So, wenn alle Kolleginnen und Kollegen dann wieder zur Ordnung gerufen sind, brauchen die hibbeligen eine Aufgabe: Die Kreativität darf sich überlegen, wie das ausgemistete Buchregal schön dekoriert werden kann; die Genauigkeit darf planen und den Ablauf überwachen (so ist sie auch für das Weiterkommen verantwortlich und wirft nicht ständig alles über den Haufen); die Geselligkeit motiviert die Bremser “na kommt schon – wenn das hier geschafft ist, rufen wir XY an.”
Auch wenn man sich am Anfang ein wenig bis sehr blöd vorkommt – mit den inneren TeamkollegInnen zu sprechen, bringt wirklich Schwung in den Laden.
Was aber ist mit den Bremsern? Wie halte ich die bei Laune?
Der erste Schritt ist sich zu erinnern, wo meine Bremser schon mal sehr wirkungsvoll im Einsatz waren. Damit können Sie Ihre Top Killersätze streichen. Blöderweise fallen damit auch die üblichen Entschuldigungen weg: “Ich bin halt so unkonzentriert.” Überlegen Sie sich ein Projekt, bei dem Sie ausdauernd, fokussiert, lernbereit, zuverlässig etc. waren.
Was war der Unterschied zum Ordnungsprojekt? Warum konnten Sie Ihre vermeintlichen Bremser aktivieren? Welche Bedingungen hatten die Bremser da? Wenn es Ihnen gelingt, ähnliche Bedingungen auch in Ihrem Ordnungsprojekt zu schaffen, dann haben Sie auch Ihre zähen Teamkollegen an Bord. Seien Sie auf Überraschungen gefasst – vielleicht haben Sie plötzlich sogar Spaß an Ihrem Ordnungsprojekt!
Und übrigens: wir misten nicht aus. Wir machen eine Bestandsaufnahme: des Lebens, der Wünsche und der Bedürfnisse.

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